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Einführung

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Fundierte anatomische Kenntnisse sind eine unabdingbare Voraussetzung für erfolgreiche Blockaden. Der Plexus brachialis läßt sich – stark vereinfacht – mit einer Sanduhr vergleichen. Wirbelsäulennah sind seine Wurzeln breit gefächert, um sich infraklavikulär, etwa in der Mitte des Schlüsselbeins sehr nahe zusammenzulagern. Das entspricht der Taille der Sanduhr. Im weiteren Verlauf in Richtung Axilla fächern sich die Nerven wieder auf. Diese ”Sanduhrform” hat für die Regionalanästhesie des Arms folgende Konsequenzen:
Eine weitgehend komplette Anästhesie des Arms (mit Ausnahme der Schulter) ist am besten im Bereich der Sanduhrtaille, nämlich periklavikulär zu erreichen. Proximal davon (Interskalenäre Blockaden) erreicht man zwar die Schulter, weil die Technik auch die sensiblen Anteile des Plexus cervicalis superficialis (N. supraclaviculares) einschließt, hat aber häufig Lücken im ulnaren Bereich von Unterarm und Hand. Die kaudalen Segmente des Plexus brachialis werden mit diesen Blockaden selten erreicht. Distal davon (z. B. bei der klassischen axillären Blockade) ist anatomisch bedingt mit Lücken im Bereich des N. radialis und des N. musculocutaneus zu rechnen.
So ist es sehr wichtig, sich genau über Lokalisation und Umfang des operativen Eingriffs zu informieren, um für den Patienten das am besten geeignete Verfahren auszuwählen.