Toggle

Suprascapularis-Blockade

Drucken

Eine sehr effektive und einfach durchzuführende Technik ist die selektive Ausschaltung des N. suprascapularis bei seinem Durchtritt durch die Incisura scapulae auf dem Boden der Fossa supraspinata. Dieser Nerv besitzt kein eigenes Hautareal, sondern innerviert die Mm. Infra-/ supraspinatus und wesentliche Anteile des Kapsel-Bandapparates im Schultergelenk. Diese Blockade eignet sich daher sehr gut zur konservativen physiotherapeutischen Behandlung einer Prozen shoulder bzw. zur Analgesie nach Schultereingriffen. Wir beschreiben die Technik nach Meier, die die Komplikation eines potentiellen Pneumothorax praktisch ausschließt. 

Anatomische Leitstrukturen

Spina scapulae

suprascapularis-anat-leiststruktur 

Blockadetechnik

Der Patient sitzt mit hängendem Kopf und legt die Hand der zu blockierenden Seite auf seine kontralaterale Schulter. Die Scapula hebt sich dadurch von der dorsalen Thoraxwand ab und die Spina scapulae ist leicht zu ertasten. Der mediale und laterale Rand der Spina werden markiert und die Verbindungslinie zwischen den beiden Punkten halbiert. Von hier aus geht man ca. 2 cm nach kranial und weitere 2 cm nach medial. Hier wird der Punktionsort markiert. Nach Desinfektion und Stichkanalinfiltration wird mit der Stimulationskanüle in einem Winkel von ca. 45–60° caudolateral in Richtung auf den Humeruskopf vorgegangen. Die gewünschte Stimulationsantwort ist eine leichte Abduktion und Außenrotation im Schultergelenk. Nach erreichen der Schwellenstromstärke werden 15 –20ml LA appliziert. Wird keine adäquate Stimulation erreicht, kann das LA auch auf den Boden der Fossa supraspinata injiziert werden, da die Muskelkontraktionen nicht zwingend für den Blockadeerfolg sind.