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Femoralis-Blockade

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Die Femoralisblockade ist im Gegensatz zum Psoas-Block ein kaudaler, ventraler Zugang zu Anteilen des Plexus lumbalis. Die hier beschriebene Technik wird oft auch als 3 in 1 Block bezeichnet, unter der Vorstellung, dass mit einer Injektion drei Nerven (N. femoralis, N. obturatorius und N. cutaneus femoris lateralis) erreicht werden. Einerseits lassen eigene klinische Untersuchungen jedoch vermuten, dass die sensible Versorgung im Bereich des Oberschenkels im Wesentlichen vom N. femoralis beziehungsweise seinen Hautästen übernommen wird, andererseits hat sich inzwischen weitgehend die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich im Rahmen einer inguinalen N. femoralis-Blockade bei ausreichendem Volumen des Lokalanästhetikums aufgrund einer subfaszialen Ausbreitung nach lateral, wohl eine Blockade des N. cut fem. lat. erzielen lässt, nicht jedoch eine Blockade des N. obturatorius. Unüberwindbare antomischen Barrieren (u. a. M. iliopsoas) stehen einer gleichzeitigen Ausbreitung des LA nach mediodorsal entgegen.

Die Areale des N. cutaneus femoris lateralis und obturatorius variieren stark und sind klinisch häufig nicht als eigenständige Versorgungsbereiche nachzuweisen. Über die Versorgungsareale des N. obturatorius im medialen Femurcondylus- und Tibiabereich des Kniegelenkes gibt es keine gesicherten Befunde.

  

Anatomische Leitstrukturen

Spina iliaca anterior superior, Tuberculum pubicum, Leistenband, A. femoralis, Leistenbeuge

 

femoralis1

 

Blockadetechnik

Der Patient liegt auf dem Rücken mit leicht gespreizten Beinen. Er läßt das zu betäubende Bein locker nach außen fallen.

Der Punktionsort liegt ca. 2–3 cm unterhalb des Leistenbandes etwa im Bereich der Leistenfalte, 1,5 cm lateral der A. femoralis. (IVAN = Innen Vene Arterie Nerv). Die Lokalanästhesie erfolgt nur oberflächlich mit

0,5 ml LA 1%, um den N. femoralis nicht anzublockieren und damit eine Stimulation zu erschweren. Die Stimulationsnadel wird im Winkel von ca. 30° zur Haut eingestochen und nach kranial vorgeschoben. In etwa zwei bis vier Zentimetern Tiefe trifft man auf den N. femoralis. Kontraktionen des M. quadriceps femoris zeigen die unmittelbare Nähe zum Nerv an. Entscheidend für den Blockadeerfolg ist die Stimulation des M. rectus femoris - die "Patella muß tanzen". Kontraktionen des M. sartorius sind in der Regel nicht ausreichend.