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Psoas-Blockade

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psoas punktionDer paravertebrale Zugang zum Plexus lumbalis wird seit 1976 (nach Chayen et al) als Psoas-Compartment-Blockade bezeichnet. Inzwischen hat sich aber die Erkenntnis durchgesetzt, dass ein solches „sandwichartig" vor dem M. psoas eingebettetes und abgrenzbares Compartment mit den darin verlaufenden Nervensträngen so nicht existiert; die Fasern des Plexus lumbalis (v. a. N. cut. fem lat. und speziell N. femoralis) ziehen vielmehr „ungeordnet" zwischen den Schichten im M. psoas, aber auch zwischen  M. psoas und M. quadratus lumborum nach kaudal. Analog der clavikulanahen Plexus brachialis-Blockade liegen die drei für die nervale Versorgung der unteren Extremität wichtigen Nerven des Plexus lumbalis (N. femoralis, N. cutaneus femoris lateralis, N. obturatorius) eng beieinander, so dass sie hier alle drei mit einer Einzelinjektion erreicht werden können. Darüber hinaus ist gelegentlich auch eine Teilanästhesie des Truncus lumbosacralis (aus L4 und L5) zu erwarten. Dieser Effekt kann aber in der Regel die zusätzliche Ischiadicusblockade nicht entbehrlich machen.

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Sonograpisch geführte Psoas-Blockade

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Vorbemerkung

Die Psoas-Blockade ist nach wie vor nur in wenigen Anästhesieabteilungen als Routineverfahren etabliert. Hauptgrund hierfür scheint die Furcht vor Komplikationen wie der Verletzung von Niere oder intraabdomineller Organe zu sein. Dem gegenüber steht die bei uns nahezu täglich nachgewiesene, umfassende Wirksamkeit dieser Blockade im Bereich des Plexus lumbalis. Der Psoas-Block lässt sich mit Fug und Recht als der wahre „3-in-1-Block" bezeichnen.

Indikationen / Kontraindikationen / Nebenwirkungen

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