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Sonograpisch geführte Psoas-Blockade

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Vorbemerkung

Die Psoas-Blockade ist nach wie vor nur in wenigen Anästhesieabteilungen als Routineverfahren etabliert. Hauptgrund hierfür scheint die Furcht vor Komplikationen wie der Verletzung von Niere oder intraabdomineller Organe zu sein. Dem gegenüber steht die bei uns nahezu täglich nachgewiesene, umfassende Wirksamkeit dieser Blockade im Bereich des Plexus lumbalis. Der Psoas-Block lässt sich mit Fug und Recht als der wahre „3-in-1-Block" bezeichnen.

Wir überblicken aus den letzten 15 Jahren mehr als 5000 Psoas-Blockaden ohne eine klinisch apperente Nieren- oder Abdominalpunktion.

Verglichen mit oberflächennahen Blockaden (z.B. N. femoralis), bei denen nervale Strukturen in der Regel sonographisch klar abgegrenzt werden können, müssen diesbezüglich bei der Psoas-Blockade Abstriche gemacht werden. Durch die tiefe Einbettung des Plexus lumbalis in den m.psoas major im Bereich der Lendenwirbelsäule stoßen aus schallphysikalischen Gründen Hochfrequenz-US-Sonden an ihre Grenzen. Dennoch kann (meistens) auch mit niederfrequenten Sektorschallköpfen die blockaderelevante Anatomie inklusive der Nachbarschaftsbeziehungen (Niere !!) abgegrenzt werden. Allein letzterer Punkt rechtfertigt schon eine Verwendung des Ultraschalls, auch wenn der Nutzen für die Durchführung der Blockade an sich aus unserer heutigen Sicht zumindest diskussionswürdig ist.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei an dieser Stelle gesagt: KEINE PSOAS-BLOCKADE OHNE ELEKTRISCHE NERVENSTIMULATION !!

Der Patient wird wie zur konventionellen Psoas-Blockade auf die Seite gelagert. Beginnend auf Höhe des Beckenkammes können zunächst die knöchernen Strukturen (Dornfortsätze, Wirbelkörper, Querfortsätze) der Lendenwirbel im Querschnitt dargestellt werden. Bei nicht zu adipösen Patienten lassen sich nun direkt paravertebral die autochtone Rückenmuskulatur und, ventral von dieser, der m. psoas major abgrenzen. Dorsolateral des Psoas-Querschnitts stellt sich der m. quadratus lumborum dar.

 

Durchführung

Die Blockade erfolgt in der langen Achse durch ein Schallfenster zwischen den Querfortsätzen (s.o.) hindurch. Die Nadel wird dabei von einem Einstichpunkt ca. 4-5 cm lateral der Mittellinie primär senkrecht zur Haut (vgl. konventionelle Blockade) von dorsal in den Muskelbauch des m. psoas major vorgeschoben. Die Anteile des Plexus lumbalis liegen meist am Übergang des dorsalen zum mittleren Drittel des Muskels, sind jedoch häufig nicht direkt sichtbar. Aus diesem Grund wird, wie bereits erwähnt, diese Blockade nur unter parallel laufender elektrischer Nervenstimulation durchgeführt.

 

Sono-anatomische Leitstrukturen

Autochtone Rückenmuskulatur, M. quadratus lumborum, M. psoas major, Wirbelbogen LWK 4

psoas3